Sehr groß auf jeden Fall, so groß wie ein Tisch

Wir bauen eine Schule – alles groß! Zusammenkleben und alles in einem Raum

Video: Andrea Fischer

24 Sechstklässler*innen sitzen über zwei Räume verteilt und werkeln, kleben, diskutieren und erschaffen das Modell ihrer Traum-Schule.

Es gab zu Beginn des Projekts viele Diskussionen, berichtet Ina Stoppels. Was bietet die ideale Schule? Die Themen „Freiheit“, praktisches Erleben von Lernstoffen und Bewegung bilden die Konstruktionsbasis für das Denk-Modell, das im Material in kreativer Kleinstarbeit seine Abbildung findet.

Warum ist ein besonderer Eingang wichtig?

Wir haben das Thema „Schule bauen“ und wir machen gerade den Eingang. Ich finde, dass ein Eingang wichtig ist, weil wenn kalte Luft ist, kann man die Tür schließen. Der Eingang muss schön aussehen, weil man dann auch finden kann, dass die Schule auch von innen schön aussehen wird. Deshalb sind die Wände aus Glas!

Hiba und Samaentha

Ein Kino in der Schule? Warum?

Weil es Spaß macht! Wir gehen vielleicht mit der Klasse da rein – wenn wir was Besonderes gemacht haben, gute Noten geschrieben haben oder sowas. Dann können wir ins Kino gehen.

Yannick, 11 Jahre

Im Eingangsbereich der EKS gibt es einen Kiosk. Samaentha und Hiba zum Thema Plastik in der Schule der Zukunft:

Kein Plastik mehr verwenden, nur Sachen, die für die Natur gut sind. Im Kiosk kein Plastik. Eher Glasflaschen, egal wenn die dann teuer sind. Wir wollen unsere Umwelt schützen.

Hallo, ich bin Mohammed und 12 Jahre alt. Ich baue einen Zoo, weil es mir so gesagt wurde.

Was wäre denn cool an einem Zoo in der Schule?

… wenn Hunde in der Schule herumgehen. Und man kann den Hund streicheln oder auch die Katze. Ich mag Hunde und habe eine Katze.

Ein Team arbeitet an einem besonderen Projektraum: Die fahrende Schule. Ein Klassenzimmer auf Rädern.

Was ist denn der Vorteil einer „Fahrenden Schule“

Der Vorteil einer fahrenden Schule ist, dass man immer auf Klassenfahrten gehen kann. Man ist dann mobil ist und kann Ausflüge machen.
Man kann die Welt erkunden.

Man kann da mehr lernen. Das geht viel besser, als wenn man das nur an der Tafel im Unterricht macht.

Verschiedene Kulturen kennen lernen. Das ist ein Vorteil.

Alexander 11, Sanae 11

An einem anderen Tisch entstehen sämtliche Sportaktionsräume: vom Fitnessstudio über das schuleigene Schwimmbad zu einem großen Fußballplatz wird hier – zwar in kleinem Maßstab aber naturgetreu – Wirklichkeit nachgebaut.

Das Wichtigste für euch in der Schule ist SPORT. Warum?

Sport ist wichtig, weil man dann Bewegung hat und nicht nur die ganze Zeit drinnen sitzt. Dass man fit bleibt und keine Rückenschmerzen bekommt. Es gibt zu wenig Sport in der Schule. Einmal in der Woche. Sport sollte ein Hauptfach sein. Dann haben wir es dreimal in der Woche. Schwimmen, Fußball, Basketball – alle Sportarten, die man machen kann. Man dehnt sich viel. Dehnen ist gut für die Muskeln.

Könnte Sport auch irgendwie das Lernen verbessern?

JA! Sport macht den Kopf frei und man kann dann besser denken. Außerdem braucht man auch Spaß. Und Sport macht Spaß.

Mohammed, Sanae

Ihr baut einen eigenen Raum nur für das Tanzen. Was gefällt euch am Tanzen? Und warum sollte es einen eigenen Raum bekommen?

Tanzen ist Spaß. Jeden Tag tanzen wäre schön. Es macht gute Laune.

Mehr fällt den zwei Erbauerinnen nicht dazu ein. Der Raum erhält einen bunten Fußboden und hat Wände aus Glas. Befragt, warum das so sei und was passiert, wenn man in einem Glaskasten tanzt, wissen die beiden keine Antwort. Aber der Raum ist schön leer und bekommt eine Discokugel… .

Ihr gebt der Kunst einen eigenen Raum! Warum ist daran wichtig?

Wir haben schon einen Kunstraum in der Schule.

Findet ihr, dass Kunst als Unterrichtsfach wichtig ist? Warum?

Weil man auch mal was anderes machen will. In der Schule fühlt man sich beschränkt. Im normalen Unterricht. Bei Kunst ist nicht so anstrengend für den Kopf wie Mathe. Man kann selber gestalten, nicht der Lehrer gibt vor, jeder macht was anderes. Das ist befreiend.

Samaentha und Hiba basteln mit großer Liebe zum Detail Salatschüsseln – mit Salat! – und anderes Essen für ihr Modell der Mensa, die sich nur in einer baulichen Sache wesentlich von der Mensa der EKS unterscheidet:

Das Geilste an unserer Mensa ist, dass man nach dem Essen den dreckigen Teller auf ein Band legt.

Schön fänden es die beiden, wenn …

… das Essen einfach so aufm Tisch steht und man es sich nehmen kann, weil man dann weniger Essen auf den Teller nehmen kann, dass es nicht weggeschmissen wird. Pizza, Burger, Döner. Man muss helfen, das Essen zu machen. Tisch decken, Besteck hinlegen. Die Lehrer dürfen auch früher essen zusammen mit uns; das Essen muss selbst gekocht sein von den Köchen aus der Küche nicht so von der Agentur. Alles frisch und gesund und lecker. Dreimal die Woche vegetarisch!

Viele Farben, viele Theken –Wir haben schon eine Koch AG.

Wenn man erwachsen wird, sollte man wissen, wie man kocht. Das wird in der Schule nicht allen beigebracht. Pflege, Dokumente ausfüllen – obwohl das das zukünftige Leben sein wird…

Eine Idee, an der viele Schüler*innen bauen, ist der schuleigene Zoo. Es soll ein Streichelzoo mit Nutztieren werden. Ob sie auch die Pflege der Tiere übernehmen würden, haben sich die Bastler nicht überlegt. Was ist der Vorteil von Tieren in der Schule?

Hühner sind gut, die machen Eier und gemütliche Sachen. Die sind schön. Es ist nicht normal, dass die in der Schule sind. Da können die Leute gucken, wie die rennen und laufen – in der Pause oder im Unterricht. Das geht auch.

Die machen Kikeriki – also die schreien und dann wachen die Kinder im Unterricht auf! Manche schlafen und wachen dann direkt auf! Das ist doch gut.

Alles in allem wird die Schule der Zukunft hier eine weichere Struktur bekommen:

Mehr Bewegung – viele Sport- und Bewegungsangebote, die Gesundheit mit sich bringen. Ob es auch auf Sozialverhalten wirkt und das Verstehen und Lernen fördert? Darüber wurde im Team bisher nicht gesprochen.

Mehr Freiraum – Freiheit ist der Begriff des Projekts. Freiheit wird als eine Art Generalantwort auf die Frage „Was bedeutet euer Raumtraum für die Schule der Zukunft?“ genannt. Freiheit steht für ein diffuses Gegengefühl von Zwang und Bewertung. Freiheit ist in der Gruppe aber auch ein Synonym für „Spaß“. Die Schule als Ort der absoluten Bespaßung? Auf diese Frage antwortet ein Schüler: „Auja! Nicht so viel denken!“ Das erscheint als ein fragwürdiges Modell für die Schule der Zukunft. Weniger lernen ist besser? Nein! Anders und anderes lernen durch:

Intensiveres Erleben – Die Praxis an sich ist ein Schwerpunktwunsch: Wir wollen das richtige Leben erleben und das bitte hautnah. Ein Zoo, Kochen, praktisches Lernen, wirkliche Dinge, Studienfahrten.

Raus aus der Schule – hinein in die Welt!

Andrea Fischer