Der Deutsch LK Q1 der Bertolt-Brecht-Schule und Nadja Soukup im Labor
Der Probenraum des Theaterlabors INC. ist ein unterirdisches Labyrinth. Hier kann ich entdecken, finden ohne zu suchen, mich verlieren. Eine Verheißung für die Aufgabe über die Schule der Zukunft nachzudenken?
Wunderbar verschlungene Denkwege, beschritten mit Entdeckergeist und viel atmosphärischem Input könnten zu Neuem führen, den Kopf öffnen – um anders zu denken, die Perspektive zu wechseln.

Der Tag beginnt.
In Kleingruppen sammeln die zwanzig Schüler*innen Material aus großen Zeitungsstapeln. Beim assoziativen Herumsuchen entstehen witzige Diskussionen zu Begriffs(um)deutungen, Fotos werden überschrieben und auf herrlich absurde Weise der Sachdienlichkeit „Schule der Zukunft“ unterworfen. Im nächsten Schritt entstehen Texte in einem kreativen Schreibformat und werden wie Poetry Slam vorgetragen:
Von klein auf in der Schule
Ich besuche sie schon lang
Wenn ich dies nicht täte, wer wäre ich denn dann?
Ich wäre ganz bestimmt anders, das ist klar
Aber was wäre wenn, ist sinnlos zu fragen
denn ich bin da, wo ich jetzt bin, weil ich bin
von klein auf in der Schule
ich besuche sie schon lang
Meret
Dieser Text und andere Ergebnisse des Leistungskurses Deutsch werden in einer weiteren Bearbeitungsphase durch den Kurs Darstellendes Spiel der Brecht-Schule szenisch-sprachlich bearbeitet und bei der Schlusspräsentation aufgeführt.
Die zu Beginn entstandenen Plakate beinhalten in der Hauptsache Kritik an dem Ist-Zustand von Schule. Nur eine Gruppe denkt über die Grenzen der üblichen Sprachmuster und Bildwelten hinaus – und dennoch bleibt eine konkretere Ideensammlung mit Ideen für die Zukunft aus.

Was ist also das Besondere am Workshoptag?
Shirley: Ich hatte Freude dran schulkritische Texte zu verfassen, kreatives Schreiben macht mir immer Spaß!
Frau Lotzkat (begleitende Deutschlehrerin): Ich finde es toll, dass man mal in anderen Räumlichkeiten arbeiten kann. In der Schule ist das immer so festgelegt: Man hat einen Raum – selbst für Projektarbeit.
Und dieser Laborraum bietet Möglichkeiten.
Wie geht mehr und intensiver?
Nadja Soukup: Das sind so viele Aspekte zu diesem Thema! Da bräuchte man wahrscheinlich mehr als eine Projektwoche, um überhaupt eintauchen zu können. Um auch wirklich eine Qualität des Diskurses auf beiden Seiten zu kriegen.
Bild und Text: Andrea Fischer






